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Die Akte Mierscheid
Manche Leute sagen, es gibt Gespenster, manche Leute sagen, es gibt keine Gespenster.
Ich aber sage, Jakob Maria Mierscheid ist so etwas wie ein Gespenst.
Der gelernte Schneidermeister ade, seit 1979 Mitglied des Bundestages (aktualisierter Link: 13.06.03) in der SPD-Fraktion, zeigt in verblüffender Art und Weise, dass ein vom Volk gewählter Abgeordneter, gerade in Zeiten der Politikverdrossenheit, so etwas wie Ehre, Anstand und Unbestechlichkeit bewahren kann.
Sein vorbildliches wie zielgerichtetes Arbeiten im Staatsdienst lässt einen Bürger wie mich noch an das Gute im Parteivolk glauben.
Von Sitzungen, ob Partei- oder Bundestags-, hält er nicht viel und in seiner unnachahmlichen Konsequenz trägt er sich hierbei wenigstens auch nie unredlich auf der Anwesenheitsliste ein.
Der u.a. für die „Untersuchung des Nord-Süd-Gefälles im Bundesgebiet“ zuständige Mierscheid offenbart, z.B. in "vierteilige Folge im Zentralorgan der Brieftaubenzüchter: "Die Reiseroute der geringelten Haubentaube und ihre Flugeigenschaften“.(1967/68)" und seinem Schreiben an die SPD-Fraktion am 05.10.1998 über "Zur Rechtschreibreform - Fehlerquellen von A bis Z", seine Bemühungen um eine zufriedene und glückliche Gesellschaft.
Oft ist der zurückgezogen lebende Mierscheid allerdings nicht anzutreffen – wo auch immer.
Als man ihm dieses immer öfter zum Vorwurf macht, geht M. in die Offensive und präsentiert sich auf "seiner" Homepage.
Auch wenn seine Ähnlichkeit mit einem gewissen Karl.R. verblüffend erscheinen mag, so brachte ihm seine "neue" Öffentlichkeitsarbeit spätestens jetzt die Anerkennung, die ihm freilich gebührte und ließ Kritiker verstummen.
Zu seinen Ehren und Gedenken gibt es nun seit knapp einem Jahr in der Reinhardstr. 44 in Berlin-Mitte das Café Mierscheid und das obwohl der am 01.03.1933 in Morbach/Hunsrück geborene Politiker eigentlich noch quicklebendig ist.
Selbst trifft man ihn so gut wie nie im Café Mierscheid, doch wenn ihr dort eines schönen Tages vorbeischauen solltet, richtet dem Personal ein "schönen Gruß" vom alten Jakob Maria aus.
Denn Freunde des Herrn Mierscheid sind immer gern gesehene Gäste. [br] Juni 2001
Jakob Mierscheid als Autor:
Aus dem Leben eines Abgeordneten. Eine politische Holografie.
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